Saisonbericht Senioren

Ein nicht ganz ernst gemeinter Saisonbericht zum Schmunzeln – in drei Akten in Anlehnung an Lasergun’s Querschläger.

Erster Akt – Die Vorbereitung:
Die vergangene Saison 2024/2025 verlief nicht ganz im Sinne der Altstars des UHC Kappelen. Entweder mangelte es an Trainingsdisziplin (die Trainings der gesamten Saison konnte man an einer Hand abzählen – und selbst dafür hätte es nicht zwingend alle Finger gebraucht), oder die Spiele wurden teilweise etwas gar grosszügig aus der Hand gegeben.

So mussten wir im vergangenen Sommer über die Bücher gehen und besprechen, wie es weitergehen soll. Beim Saison-Kickoff im Retro (kann durchaus als Sommertraining gewertet werden) wurden die Schwachstellen schonungslos analysiert. Es entstand ein Kern von rund 10 Spielern und 1 bis 6 Torhütern (realistisch betrachtet eher 1 Torhüter…), die sich bereit erklärten, grundsätzlich jeden Freitagabend zu trainieren. Grundsätzlich wohlgemerkt.

Zweiter Akt – Die Gruppenspiele:
Und siehe da – plötzlich konnte tatsächlich regelmässig trainiert werden. Das tat sichtlich jedem Spieler gut, sei es bei der Ballbeherrschung, beim Abschluss, beim Zusammenspiel oder bei der Kleidergrösse.

Die Freude kehrte zurück, und das widerspiegelte sich auch in den Resultaten. Die ersten beiden Spiele gegen Burgdorf und Oekingen wurden jeweils zweistellig und mit 10 Toren Differenz gewonnen. Ein Saisonstart, bei dem selbst die kühnsten Optimisten kurz nervös wurden.

Anschliessend kam der schwierige Gang ins Emmental zu Schüpbach a.k.a. Unihockey Emme. Ein Gegner, der erfahrungsgemäss eher die Schwinger Regeln als die Unihockey Regeln befolgt. Aber auch diese Prüfung wurde mit Bravour bestanden, und so stand man schon bald einmal als souveräner Leader da.

Danach wurde es etwas unübersichtlich, weil immer wieder Spiele verschoben oder gleich ganz abgesagt wurden. Ein Spieler, der nicht namentlich genannt werden möchte, behauptete, es habe sich in der Liga herumgesprochen, dass wir in dieser Saison nur schwer zu schlagen sein würden – und es deshalb Absagen hagelt. Eine steile These, aber mangels Gegenbeweise bleibt sie vorerst im Raum stehen.

So kamen noch 2 oder 3 Spiele dazu, welche ebenfalls mehr oder weniger souverän gewonnen werden konnten. Die genaue Anzahl ist im Nachhinein schwer zu rekonstruieren – aber gewonnen haben wir ziemlich sicher.

Dritter Akt – Die Finalrunde:
Wir hatten uns dazu entschieden, die Finalrunde ein weiteres Mal durchzuführen. So trafen sich am 19. April Unihockey Emme, Wygorazzi Wyssachen und wir im Kappeler «Häxechessu» (heisst gemäss Google Maps tatsächlich so) zum finalen Showdown um die Goldmedaille.

Ausgetragen wurde das Turnier im Round-Robin-Modus, bei dem jede Mannschaft einmal gegen jeden Gegner spielt. Die erste Partie fand zwischen Emme und Wygorazzi statt. Das Spiel war geprägt von vielen Distanzschüssen, viel Einsatz und spielerischen Zusammenhängen, die sich nicht jedem Zuschauer sofort erschlossen. Am Ende stand ein 6:6-Unentschieden.

Damit war klar: Im ersten Spiel gegen Wygorazzi durften wir nicht verlieren.

Und genau so traten wir auch auf. Selbstbewusst, konzentriert und mit genügend Energie, als hätte wirklich jeder am Vorabend früh ins Bett gefunden. Das Spiel war eigentlich schon zum ersten Pausentee entschieden. Spätestens im Schlussdrittel schalteten wir in den Verwaltungsmodus und brachten das Ganze mit einem 12:5-Sieg souverän ins Trockene.

Somit entwickelte sich die dritte und letzte Partie zu einem echten Finale um die Krone im Senioren-Unihockey.

Leider erwischten wir nicht denselben Start in die Partie und mussten während des ganzen Spiels einem Rückstand hinterherlaufen. Dazu gesellten sich immer wieder Umstellungen, weil der eine oder andere Spieler verletzt ausfiel oder eine Pause nötig hatte. Ihr erinnert euch bestimmt an die Aussage zu den Schwinger Regeln.

Die Emmentaler verteidigten ihren Vorsprung geschickt, und immer, wenn wir uns wieder annäherten, hatten sie postwendend eine Antwort bereit. Also mussten auch wir reagieren und spielten das letzte Drittel konsequent mit zwei Linien durch.

Beim Stand von 6:7 für die Gäste und mit noch etwas mehr als zweieinhalb Minuten auf der Uhr machte unser Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler Platz. Ein mutiger Entscheid – vor allem für die Nerven der Zuschauer.

In Überzahl gelang tatsächlich der Ausgleich, und zu spielen blieb noch gut eine Minute.

Nun war wieder Emme gefordert, denn für die Kappeler hätte das Unentschieden zum Meistertitel gereicht. Doch die Kappeler verteidigten nun selbst in Unterzahl das Remis mit allem, was Beine, Lunge und gelegentlich auch Glück noch hergaben.

Die Schlusssirene ertönte. Das Spiel endete 7:7 (unentschide isch’s nid – Danke Züri West), und die Kappeler durften sich einmal mehr Seniorenmeister nennen.

Zum Schluss widmeten sich die Jungs dem, was während der ganzen Saison ebenfalls intensiv trainiert wurde – dem gemütlichen Beisammensein. Bei Bier und Pizza liess man den schönen Frühlingstag ausklingen.

Ein grosses Dankeschön geht an alle Zuschauer, die uns am Finaltag vor Ort unterstützt haben. Und natürlich auch ein grosses Merci an alle Helfer. Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen – vor allem das Bier danach.

Hasta la Victoria siempre!

Mit sportlichen Grüssen und leichtem Muskelkater, Coach Schlup

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