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27.11.20192. Mannschaft

Zwei Punkte aus Bern an Ostern

Die vierte Runde der 3.Liga Gruppe 2 fand in Bern in den Hallen der Universität statt. Man könnte also fast sagen, dass das eine Heimrunde war, wenn man bedenkt, dass einige Kappeler Exponenten einfach nicht mehr aufhören wollen zu studieren und die Angebote der Uni auszunutzen. So waren es auch sie, welche dem einer geregelten Arbeit nachgehendem Rest der Mannschaft zeigen mussten, wo sich die Garderoben, WC und Hallenzugänge befinden.

14:30 UHC Kappelen II vs. SC Laupen III 4:2

Nachdem sich alle in den versteckten Garderoben eingefunden hatten, begann die Vorbereitung auf das Spiel gegen die alten Herren vom SC Laupen. Passend dazu stand auf dem Matchblatt der Laupener ein Spieler mit der Lizenznummer 88. Ziemlich beachtlich, wenn man bedenkt, dass unser ältester Spieler mit 32 Jahren eine Nummer jenseits der 400‘000 hat. Wir stellten uns auf einen abwartenden Gegner ein, welcher die sich bietenden Konterchancen aber effizient ausnutzen wird. Vom ersten Bully an machten wir Dampf, die Laupener standen hinten rein und konzentrierten sich fast ausschliesslich auf die Defensive. Unsere Abschlüsse, welche nach dem intensivierten Schusstraining der letzten Wochen merklich besser platziert waren, wurden aber vorerst noch viel zu oft geblockt. Wenn nicht vom Gegner, dann von den eigenen Leuten, wobei gut platziert hier eher schlecht für uns war, wie klein Médecin-Max schmerzlich feststellen musste. Nach einer gefühlten Ewigkeit lag der Ball dann endlich im Tor der Gäste, Tischler-Simu hatte den Ball über die Linie gehobelt. Kurz darauf versuchten es die Laupener mit der altbewährten Taktik des spielerisch Unterlegenen, den Ball einfach mal in Richtung Tor zu bringen und dann zu hoffen, dass irgendein Bein den Ball noch ablenken würde. Diese Aktion wurde tatsächlich mit dem Ausgleich belohnt. Als kurz danach auch noch der Führungstreffer für sie fiel, war die Ratlosigkeit auf der Kappeler Bank deutlich zu spüren. Da kam der Pausentee gerade recht, um mit dieser mental schwierigen Situation klar zu kommen. Nach dem Unterbruch ging das Spiel im selben Stil weiter, Kappelen agierte, Laupen reagierte, allerdings ohne dass etwas Zählbares dabei herausschaute. Es folgte der Weckruf der besonderen Art in der Form des zweiten erlittenen Eiertütschens des Tages. Diesmal traf es Capo-Schenker, welcher mit einer komischen Mischung aus Tränen und Lachen in die Garderobe verschwand. Was genau er da machte, weiss nur er selbst, aber als er zurück war und wir ein Powerplay zugesprochen bekamen, ging er aufs Feld und markierte sogleich den Ausgleich zum 2:2. Die Energie war plötzlich zurück im Kappeler Spiel, und so kam es, dass sogar der bisher trefferlose Angry-Andy einen Ball mir nichts dir nichts in den Winkel haute. Um seinem Namen gerecht zu werden, wendete er sich kurz darauf allerdings wieder dem Lamentieren mit dem Schiedsrichter zu. Mit dem darauf folgenden 4:2 durch Tischler-Simu hatten die Kappeler das Spiel definitiv an sich gerissen, jetzt galt es nur noch die heikle Schlussphase mit dem zusätzlichen Feldspieler beim Gegner zu überstehen. Für andere Teams stellt das jeweils kein Problem dar, für Kappelen schon. Mal für Mal wurde in der Vergangenheit ein Sieg in den letzten Sekunden so noch hergegeben. Es wurde ziemlich hektisch rund um das Kappeler Tor, welches plötzlich auch noch deutlich verschoben da stand. Töfflibueb-Sven nahm folglich den Massstab aus der Hosentasche und richtete das Tor seelenruhig auf den Millimeter genau aus. Dass der Schiedsrichter in der Zwischenzeit gar nicht unterbrochen hatte und das Spiel um ihn herum weiterlief, störte ihn nicht im Geringsten. Flying Tall-Man, Slippery-Richi und Magic-Marc im Tor wehrten sich mit allem was sie hatten gegen die vier Laupener und brachten den absolut verdienten Sieg schlussendlich in trockene Kappeler Tücher.

16:20 UHC Kappelen II vs. UHU Bern 5:9

Im zweiten Spiel des Tages standen wir einmal mehr dem Heimteam gegenüber. Keine Ahnung was sich der Spielplaner gedacht hat, aber wir sind anscheinend willkommene Gäste. Wobei der Sonntag in Bern für uns wie bereits angetönt eigentlich auch als zweite Heimrunde gewertet werden kann. Die UHU’s, letzte Saison aus der vierten Liga aufgestiegen, waren besonders motiviert, da sich Einige von uns immer mal wieder mit ihnen im Unisport messen, meist mit dem besseren Ende für uns.

Capo-Schenker nahm das Spiel nach dem gewonnenen ersten Bully direkt in die Hand und haute den Ball zum 1:0 in die Maschen. Eieiei, was für ein Start dachten sich alle auf der Kappeler Bank. Leider hielt die Freude nur 10 Sekunden, dann war das Spiel nämlich wieder ausgeglichen. Die UHU’s doppelten gleich nach, obwohl sie insgesamt deutlich weniger vom Spiel hatten. Wir behielten den Ball gekonnt in unseren Reihen und suchten immer wieder den Abschluss. Leider wurden diese viel zu häufig von den haarigen Beinen unserer Gegner geblockt. Und wenn doch etwas aufs Tor kam, trafen wir nur das Torgestänge. Insgesamt vier Mal ertönte dieses „Bing“, das man eigentlich nicht hören will. Auf der Gegenseite erwiesen sich die UHU's an diesem Nachmittag als äusserst effizient und nutzten ihre Chancen konsequent aus. Da half es auch nicht, dass Chancentod-Chrigu seine seit Saisonbeginn andauernde Torflaute mit zwei Treffern beendete. Jedes Mal, wenn wir wieder einen Treffer erzielen konnten, antworteten die Berner ihrerseits mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter und stellten so die Führung wieder her. Mit einem 3:5 aus unserer Sicht gingen wir nach zwanzig Minuten in die Pause. Wieder ein Rückstand also, nichts neues an diesem Tag. Mit den Gedanken an den erfolgreich gedrehten Match gegen Laupen motivierten wir uns für die zweite Hälfte. Das Spiel ging gleich weiter, wie es aufgehört hatte. Kappelen agierte, brachte aber nicht viel Zählbares aufs Tor des Gegners. Als wir acht Minuten vor Schluss ein weiteres Gegentor hinnehmen mussten, nahmen wir unser Timeout und besprachen den Plan, wie wir diesen Drei-Tore-Rückstand noch drehen konnten. Töfflibueb-Sven machte den Anfang mit einem perfekten Schuss in die entfernte Torecke. Symptomatisch für dieses Spiel und unseren mentalen Saisonzustand, erzielten die Berner sogleich wieder ein Tor, was uns den Wind einmal mehr aus den Segeln nahm. Zwar konnte Lil-Leiser mit einer schönen Direktabnahme nochmal einen Treffer erzielen, das erhöhte Risiko in unserem Spiel schlug sich danach aber in zwei Konter nieder, die wiederum eiskalt ausgenutzt wurden von den Uhus.

So blieb uns nach Spielende nur die Freude über die Kisten Bier, gesponsert von einem, der schon bald ein Kind mehr hat, aber hoffentlich deshalb nicht minder die Bälle fängt. Herzliche Gratulation nochmal hierzu! Bleibt noch anzufügen, dass Médecin-Max mit einem branchenüblichen EKG, auch bekannt als Eierkontrollgriff, keine gravierenden weitreichenden Folgen für Capo-Schenker und seine Vielzahl von weiblichen Anhängerinnen erkennen konnte.