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26.02.20202. Mannschaft

Vier Punkte geholt, nicht alle verdient

Letzten Sonntag fuhren wir ins beschauliche Neuenegg, um Jagd auf die nächsten 4 Punkte zu machen. Die Gegner hiessen Payerne und Meiersmaad, beides Mannschaften, die leistungsmässig absolut in Reichweite liegen sollten. Pünktlich trafen alle ein, mit dabei zum ersten Mal auch Tannen-Räffu, der hochgewachsene A-Junior und häufige Trainingsgast.

13:35 UHC Kappelen II vs. UC Payerne 6:5

Das Hinspiel gegen das einzige welsche Team in der Gruppe ging deutlich zu unseren Gunsten aus, entsprechend wurden in der Garderobe ein paar überhebliche Sprüche gemacht. Der Start ins Spiel verlief dann auch wie von uns erwartet und wir konnten den Ball laufen lassen, ohne jedoch Profit daraus schlagen zu können. Mit derselben Einstellung überliessen wir danach dem Gegner das Spielgerät grosszügiger Weise in deren Offensivzone, was sie zu unserem allgemeinen Erstaunen direkt zum 0:1 ausnutzten. Nun war hoffentlich allen klar, dass dieses Spiel kein Selbstläufer werden würde und von Kappeler Seite ein bisschen mehr Siegeswille gezeigt werden muss. Gesagt getan: In den folgenden Minuten konnten 4 Treffer erzielt werden, womit eine scheinbar komfortable Führung herausgespielt war. Doch nur kurze Zeit später ruhten wir uns wiederum auf unseren Lorbeeren aus und präsentiertem dem Gegner die Torgelegenheiten auf dem Silbertablett, wobei wir selbiges jeweils auch noch gleich mitschenkten. So stand es nach 20 Minuten 4:4, was Médecin-Max zum Anlass nahm, die Pausenansprache an sich zu reissen, um dem Team die lasche Darbietung klarzumachen.

Mit ein paar Umstellungen ging es auf zur zweiten Halbzeit, wo wir nur mässig besser agierten, der Gegner aber auch nicht wirklich brillieren konnte. Irgendwann im Laufe der Halbzeit erzielten wir den Führungstreffer dann doch, das Spiel verleitete allerdings dermassen zur Lethargie, dass dem Schreiberling entfallen ist, wie sich dieses Highlight zutrug. Wenig später gelang den Payerner der erneute Ausgleich und man bekam das Gefühl, dieses Spiel werde mit einem Unentschieden enden, weil beide Mannschaften nicht gewinnen wollen oder können.

Der Paukenschlag, der uns erwachen liess, kam knapp zwei Minuten vor Schluss, als ein Spieler des Gegners übermotiviert in den Zweikampf stieg und Sprinter-Schmidi fast aus den Socken haute, was etwas heissen will bei kniehohen Stulpen. Lautstark beschwerte er sich und auch der Schiedsrichter war der Meinung, dieses Vergehen müsse eine Strafe nach sich ziehen. So kamen wir also zur grossen Chance, das Spiel für uns entscheiden zu können, ohne es zu verdienen. Die Powerplayformation stand und spielte sich den Ball gekonnte hin und her, nahm Mass, aber verschoss unübertrieben sechs Mal wirklich kläglich. Der Zeitmesser wollte gerade den Schiedsrichter auf die letzten drei Spielsekunden hinweisen, als wir einen letzten Querpass auf Links spielten. Owetschkin-Küsu stand da, wo sein Namensgeber immer steht, und versenkte die Kugel per One-Timer im Netz zum nicht für möglich gehaltenen Sieg. Damit brachte dieses Spiel doch noch zwei Punkte für uns, und schon am Montag fragte niemand mehr nach dem Wie.

16:20 UHC Kappelen II vs. UHC Meiersmaad 8:6

Die Oberländer aus Meiersmaad wurden im ersten Aufeinandertreffen in klassischer Kappeler-Art zuerst vorgeführt, nur um sie in den letzten fünf Minuten ausgleichen zu lassen. In der Rückrunde zeigten wir uns aber bisher abgeklärter, daher gingen wir guten Mutes ins zweite Spiel des Tages. Leider sorgte die lange Pause nicht wirklich dafür, dass wir die vorher gezeigt Lethargie aus unseren Knochen verbannen konnten. So wurde entschieden, das obligate Einlaufen durch einen kurzen, aber giftigen Berglauf zu ersetzen. Wie wir feststellen mussten war auch diese Massnahme nicht von Erfolg gekrönt, denn wiederum führte die erste Chance des Gegners zu einem Tor. Jetzt mussten wir unbedingt aufwachen, wollten wir nicht gleich zu Beginn den Anschluss verlieren. Glücklicherweise waren es nicht wir, die den Anschluss verloren, sondern die Meiersmaader. Mit drei schnellen Toren drehten wir das Spiel nämlich zu unseren Gunsten. In der Offensive nutzten wir den vorhandenen Platz gut aus und erspielten uns immer wieder gefährliche Torchancen, liessen aber die erforderliche Kaltblütigkeit vermissen. Auf der anderen Seite zeigte sich einer minder interessiert daran, dem Gegner weitere Torjubel zu ermöglichen. Zusammen mit seinen beiden kongenialen Pfosten vereitelte er mehr oder minder jede Chance, wenn wir auf dem Feld mal wieder nur das Toreschiessen im Kopf hatten. Mit einem 5:3 Vorsprung ging’s in die Pause.

Die Erfahrung aus dem ersten Spiel gegen Meiersmaad sorgte fürs Bewusstsein, dass das in der Halbzeit kein Selbstläufer werden wird. Wir spielten nun cleverer und liessen den Gegner viel laufen, was ihnen wohl nicht so passte. Immer energischer versuchten sie, uns vom Ball zu trennen, was zu einem Spiel mit vielen Unterbrüchen führte. Der Vorsprung hatte auch eine Minute vor Schluss noch Bestand, Meiersmaad spielte längst zu viert, als Angry-Andy die tolle Idee hatte, die ferienbedingt letzten Sekunden seiner Saison vom Strafbänkli aus sehen zu wollen. Nach einem Ballverlust bot sich ihm die ideale Gelegenheit für einen Stockschlag, notabene von hinten. Der Schiedsrichter pfiff natürlich und zeigte ihm zwei ausgestreckte Finger. Zur Überraschung aller fühlte sich Angry-Andy aber nicht schuldig und erwies seinem Namen ein letztes Mal die Ehre. Alles lamentieren nützte nichts und so blieb uns nichts anderes übrig, als ein Timeout zu nehmen und die Taktik für die letzten Sekunden zu besprechen. Unser wichtigster Mann in Zeiten des Coronavirus, Médecin-Max, und Capo-Schenker übernahmen die Verantwortung und traten den vier Meiersmaader mutig gegenüber. Das Bully ging verloren, der erste Schuss des Gegners aber glücklicherweise in unseren Block, so dass wir mit einem Empty-Netter alles klar machen konnten.

Die gewonnenen vier Punkte liessen sogar bei Slippery-Richi ein Lächeln ins Gesicht zaubern, nachdem er am Vorabend noch intensiv versucht hatte, dem Ursprung des obengenannten Virus auf den (Flaschen-) Grund zu kommen. Das Resultat befindet sich nun wohl irgendwo im Abwasser von Neuenegg. Nach dem vierten Sieg im fünften Rückrundenspiel kommen wir unserem Ziel, dem dritten Rang, immer näher. Weiter geht’s im März gegen den Leader UH Berner Oberland und Eggiwil.