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04.02.20202. Mannschaft

Meistens gut gespielt, aber leider doch nicht alles gewonnen

So wie das alte Jahr aufgehört hatte, sollte das neue auch beginnen. Gegen Guggisberg und Grauholz-Zollikofen wurden zwei weitere Siege auf dem Weg zum 3. Platz angestrebt. Leider sammelten wir nur die Hälfte der Punkte ein, konnten mit den gezeigten Leistungen aber durchaus zufrieden sein.

9:00 UHC Kappelen II vs. UHC Guggisberg 5:6

Zum ersten Mal in dieser Saison durften wir das wenig begehrte Morgenspiel bestreiten, bei dem sich jeweils ziemlich schnell zeigt, wer am Vorabend wie tief ins Glas geschaut hat. Angry-Andy musste mit einer Prellung passen, so dass wir uns mit acht Feldspielern und zwei Goalies auf einen harten Kampf gegen die nicht sonderlich geliebten Guggisberger einstellen mussten. Das Trainerduo entschied sich, das Spiel mit zwei Linien in Angriff zu nehmen, um dem schnellen Kombinationsspiel des Gegners Einhalt gebieten zu können. Nach einer kurzen Abtastphase eröffnete Capo-Schenker mit einem satten Schuss den Torreigen. Guggisberg seinerseits antwortete mit einem Buebetrickli, bei dem unser Goalie seinen Torraum ausnahmsweise eher minder im Griff hatte. Einen schönen Spielzug später lagen wir wieder in Front. Chancentod-Chrigu haute die weisse Kugel auf einen Querpass derart ins Kreuz, dass selbst Backhand-Bügel-Mixxi neidisch geworden wäre, hätte er nicht schon wieder verschlafen. Leider konnten wir den Schwung aus diesem guten Start nicht bis zum Ende der ersten Halbzeit mitnehmen, da wir mit fortschreitender Spieldauer etwas weniger konsequent verteidigten, was wohl dem Spiel mit nur zwei Linien zu „verdanken“ war. Die Pause kam dann etwas zu spät, so dass wir mit einem 2:2 in die Garderobe gingen. Nichtsdestotrotz war die Leistung ansehnlich, wenn man bedenkt, dass wir gegen das läuferisch wahrscheinlich stärkste Team der Liga mit zwei Linien derart gut mithalten konnten.

Wir nahmen uns vor, die einfachen Ballverluste zu vermeiden und so den Ball länger in unseren Reihen halten zu können. Dies gelang uns zu Beginn der zweiten Halbzeit relativ gut, allerdings nützten die Guggisberger ihre Chancen nun konsequenter aus. Zudem hatte der Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen nicht immer ein glückliches Händchen, aus unserer Sicht natürlich. So erhielt beispielsweise Lil-Leiser einen Ellbogen ins Gesicht und bekam vom Schiri noch zu hören, sein Kopf sei halt auf einer blöden Höhe für den Gegenspieler. „Jä nu, Gring abä u secklä“, sonst bleibt nichts anderes übrig. Kurz vor Schluss konnten wir auf 4:6 verkürzen und stellten bei eigenem Ballbesitz auf das 4:3 Spiel um. Obwohl relativ wenig in dieser Formation trainiert werden konnte, harmonierten Capo-Schenker, Tischler-Simu, Médecin-Max und Lil-Leiser hervorragend. Der Ball lief schnell von Spieler zu Spieler, bis das Tor offenstand und auf 5:6 verkürzt werden konnte. Die Guggisberger wurden merklich nervös und nahmen ihr Timeout. Unser Ziel war es, das Bully zu gewinnen, um sogleich wieder in Überzahl agieren zu können. Wäre Chancentod-Chrigu an diesem Sonntag so stark in der Chancenauswertung gewesen wie am Bullypunkt, dann hätten wir die ganze 4:3 Übung nicht gebraucht. Er gewann das Anspiel, die Formation wurde wieder aufgestellt und prompt wurde es nochmal heiss vor dem gegnerischen Tor. Doch leider hielt sich die Zeit an obengenannten Spruch und rannte uns davon. Somit mussten wir uns nach einem grossen Kampf mit 5:6 geschlagen geben und einen weiteren kleinen Rückschlag im Kampf um Platz 3 hinnehmen. Glücklicherweise stand schon bald das zweite Spiel auf dem Programm, es blieb also nicht viel Zeit für enttäuschte Gesichter.

10:50 UHC Kappelen II vs. Unihockey Grauholz-Zollikofen 9:6

Im zweiten Spiel des Tages kam es bereits zum Rückspiel gegen Grauholz-Zollikofen, welche wir am letzten Turnier zuhause besiegen konnten. Allerdings brauchten wir damals mehr Nerven als geplant, und auch jetzt wurde es nicht ganz so einfach wie erwartet. Die Grauholzer zogen nämlich bereits vor dem Spiel alle Register und platzierten ihren Torhüter während unserer Besprechung stillschweigend auch in der Garderobe, um unserer Taktik zu lauschen. Auf dem Feld stellte sich aber heraus, dass sie keinen Nutzen daraus ziehen konnten. Nach einem Kaltstart und dem ersten Tor für den Gegner, übernahmen wir das Zepter, nutzten den uns grosszügig überlassenen Spielraum auf dem sehr kleinen Feld aus und kombinierten uns zu vier teilweise äusserst sehenswerten Toren. Die Freude am Spiel war allen anzusehen, sodass wir uns kaum hinsetzen wollten zwischen den Einsätzen. Alle drei Linien funktionierten so, wie wir uns das vorgestellt hatten und konnten Treffer buchen. Das einzige Manko zur Pause war wieder einmal die Chancenauswertung, wir hätten gut und gerne doppelt so viele Tore erzielen können. Mit dem Vorsatz, das besser zu machen und sonst alles gleich zu belassen, starteten wir in die zweite Halbzeit.

Nach einer fünfminütigen, sehr bescheidenen Darstellung von uns stand es plötzlich 4:4. Grauholz machte wie in der Anfangsphase des Hinspiels aus jeder Halbchance ein Tor, wobei wir uns bei Magic-Marc bedanken konnten, dass wir nicht sogar noch in Rückstand gerieten. Er hechtete nach jedem Ball und hielt ihn irgendwie doch noch. Töfflibueb-Sven mit einem Rush über die linke Seite ähnlich dem Überholen von einem Ciao mit dem Puch Maxi brachte uns danach die Führung wieder zurück. Kurze Zeit später trafen wir noch einmal, womit die Nerven merklich beruhigt wurden. Von da an waren wir wieder das spielbestimmende Team und liessen den Gegner laufen, nur die Torproduktion gelang nicht mehr ganz wie gewünscht. Da kam uns der Penaltypfiff vom Schiedsrichter nach einem Stockschlag entsprechend gelegen. Capo-Schenker übernahm die Verantwortung, dachte kurz an den grossen Eishockeyspieler Peter Forsberg und lief los. Er zuckte einmal mit der Schulter und lief nach links, der Torhüter fiel auf die Täuschung rein, ging auch nach links und machte damit rechts die ganze Seite auf. Das war die halbe Miete, worauf der Ball „nur“ noch einhändig und backhand über das Bein gelupft werden musste, was er auch tat. Peter Forsberg hätte es nicht besser machen können.

Zum Schluss nutzte auch noch Chancentod-Chrigu für einmal die Chance auf ein einfaches Tor und traf, nachdem die Zollikofner ihren Torhüter ersetzt hatten. Zwei weitere Tore vom Gegner im 4:3 führten dann zum Schlussresultat von 9:6. Damit waren die vier Punkte aus den beiden Direktduellen in unserem Sack, allerdings muss auch gesagt werden, dass wir trotz teilweise grosser Überlegenheit zu wenig aus den Möglichkeiten gemacht haben.